Web 2.0TM – so müßte man Web 2.0 jetzt wohl korrekterweise schreiben. Der Messeveranstalter CMP Media hat sich, Informationen von intern.de zufolge, den Begriff Web 2.0 in verschiedenen Ländern schützen lassen. CMP Media arbeitet eng mit dem Verlag O’Reilly zusammen, der sich hauptsächlich mit seiner Literatur zu Open-Source-Software einen Namen gemacht hat. Der Verlagschef Chef, Tim O’Reilly, prägte den Begriff web 2.0. am Rande einer Konferenz. In seinem Weblog schrieb der Verleger noch vor wenigen Tagen selbst: “die beste Methode, selbst Web 2.0 zu werden, ist, die eigenen Daten so zu veröffentlichen, dass andere Leute sie wiederverwenden können.”

Doch es kam, wie es kommen mußte: Die erste Abmahnung wegen Verletzung von Urheberrechten folgte unverzüglich. Ausgerechnet eine Non-Profit-Organisation bekam den ersten Abmahnbrief, weil sie mit dem Begriff Web 2.0 für eine Konferenz geworben hatte. Ironischerweise hat die Organisation namens “IT@cork” Ihren Sitz ausgerechnet in Tim O’Reillys irischem Geburtsort Cork. Der Organisator veröffentlichte den Abmahnbrief von CMP in seinem Blog – was eine Protestwelle der Szene hervorrief.

Mittlerweile einigten sich sich O’Reilly-Vertreter mit den Organisatoren der Konferenz. Für diesen einen Fall dürfen die Iren den Begriff verwenden, für künftige Fälle muss dann aber neu verhandelt werden. CMP Verantwortliche sagten, dass man zwangsläufig gegen Missbrauch vorgehen müsse, ansonsten sei es “schlechte Geschäftspraxis” und könne deshalb der eigenen Bewerbung um die Markenrechte schaden. Genau dieser Automatismus – diese scheinbare Zwangsläufigkeit – war es wohl, was die deutsche Justizministerin Brigitte Zypries dazu trieb, den Abmahnwahn einiger Anwälte anzuprangern.

Mein Fazit: Web 2.0 ist ein Kunstprodukt. Es zeichnet sich durch diverse Kritikpunkte an Web 2.0 und wirtschafliche Gefahren des Web 2.0 Hypes aus. Es wurde innerhalb kürzester Zeit durchgehend kommerzialisiert. Als Folge zersetzt sich Web 2.0 nun selbst.