Auf den ersten Blick beeindruckend erschien es, wie sich Frau Merkel – unsere Kanzlerin – neuer Medien bediente und in ihrem eigenen Video-Podcast auftrat. Klar: so ganz auf Ihrem eigenen Mist wurde die Idee sicher nicht geboren und man kann auch kaum erwarten, dass sich Frau Merkel Laptop und Webcam in ihrm Wohnzimmer aufbaut um mal etwas herum zu experimentieren. Dass Profis hinter den Sendungen stecken ist fast selbsverständlich.

Stern.de meldet, dass die ersten vier Sendungen 26.000 Euronen (inlusive Märchensteuer) gekostet haben. Das stößt schon mal böse auf, wenn man bedenkt, dass ab ca. 28.000 Euro eine EU-weite Ausschreibung in Gang gesetzt werden müßte. Vor allem haben Frau Merkel und Co. da wohl etwas falsch verstanden: Podcasting wurde dazu erdacht, mit wenig Mitteln möglichst viele Menschen zu erreichen. 26.000 Euro kann ich jedenfalls nicht als wenig bezeichnen. Erst recht dann nicht, wenn ich mir anschaue mit wieviel Enthusiasmus so manch einer der Podcaster gute Sendungen produziert und den finanziellen Aufwand dieser Sendungen in Relation zu den Merkel-Podcasts setze.Was kostet denn z.B. beim ausgezeichneten “Ehrensenf” eine Videoshow?

Damit aber noch nicht genug. Die Video-Podcasts der Frau Merkel wurden von der Agentur RCC produziert, an der ausgerechnet der Journalist und Merkel-Biograf Wolfgang Stock als Partner beteiligt ist. Da drängt sich der Verdacht auf, dass hier mit Steuergeldern ein Geschenk gemacht werden sollte (was eben unterhalb der genannten Marke für Ausschreibungen liegt und daher gute Chancen gehabt hätte im Rauschen unterzugehen).

So also kann man sich auch ene gewogenen Biografie erkaufen und wer weiß, was Herr Stock so alles zum Besten gegeben hätte, wenn man ihn nicht ordentlich mit Gefälligkeiten füttern würde.