Nachdem Google Earth bereits international als Sicherheitsrisiko angesehen wird, wie Spiegel-online bereits vor einigen Tagen am Beispiel Indien berichtete, sehen nun auch deutsche Experten eine Gefährdung durch terroristische Anschläge insbesondere für die FuSSballweltmeisterschaft 2006. Die Technology Review zitiert den Chef der Frankfurter Sicherheitsberatung, Klaus Dieter Matschke, der eine Gefährdung von WM-Stadien durch Kurzstreckenraketen sieht, wie sie zum Beispiel aus Beständen der ehemaligen Sowjetunion verschwunden sind.

Wer mit Google Earth zum Beispiel das Stadion Berlin (Berliner Olympiastadion) heranzoomt, findet unten links die exakten Koordinaten der Spielstätte eingeblendet. Gund genug Google Earth als Sicherheitsrisiko einzustufen?

Während beim Online-Dienst Google Maps auf den US-Karten militärische Bereiche oder das Kapitol in Washington noch maskiert sind, ist dies bei Google Earth nicht mehr der Fall. Ob die Koordinaten für derartige US-Objekte stimmen, ist nicht bekannt. Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland, bestätigt aber für die deutschen Luftbilder, “dass die Koordinaten der WM-Stadien exakt sind”.

“Professionelle” Terroristen dürften allerdings auch ohne Google Earth an genaueste Koordinaten sensibler militärischer und öffentlicher Einrichtungen gelangen. Schließlich finden sich im Netz viele Dienste, wie z.B. Multimap.com, die ebenfalls genaue Koordinaten anbieten. Google Earth macht lediglich durch seine hohe Popularität das Risiko deutlich. So groß der Aufschrei jetzt auch ist, kann man wohl keinesfalls Google für Versäumnisse der internationalen Sicherheit verantwortlich machen. Es sind die Geister, die wir riefen!