Was uns als geläufiges und probates Mittel zur Werbung erscheinen mag, sorgt in der Politik – zumindest in Frankreich – für Aufsehen. Der Parteichef der französischen UMP-Partei, Nikolas Sarkozy, läßt tagesaktuelle und politische Begriffe bei Google Adwords einbuchen.
Bei Suchbegriffen wie “Kommunisten”, “Republik”, aber auch “brennende Autos”, “Banlieue”, “Gewalt” oder “Randale”, bekommt der Suchende die Werbung Sarkozys zum Wahlkampf 2007 zu sehen.
Sarkozy unternimmt dabei allerdings auch eine Gradwanderung, da auch durch Namens- oder Markenrecht geschützte Begriffe eingebucht wurden, wie Figaro (eine französische Tageszeitung) oder der Nachname des amtierenden Präsidenten Jacques Chirac (der allerdings selbst UMP-Mitglied ist). Auch der Name des sozialistischen Abgeordneten Jack Lang wurde als Google-Ads geschaltet. Dessen Partei reagierte besonders erbost und warf Sarkozy “Gaunermethoden” vor.
Die sozialistische Partei startete als Reaktion die Kampagne “La campagne de clics hostiles du PS contre l’UMP suscite le débat“, in der zu vielfachen Klicks auf die Google-Anzeigen aufgefordert wird, um das Budget Sarkozys aufzuzehren (jeder Klick auf eine Google-Anzeige muß von Sarkozy bezahlt werden).

Es scheint jedenfalls, dass der französische Wahlkampf besonders im Internet entscheiden wird. “2007 wird das Jahr des ersten Präsidentenwahlkampfs im Internet”, schrieb kürzlich die linksliberale Tageszeitung “Liberation”.

Quelle: Spiegel.de